21.09.2024 — 29.09.2024
Städtische Galerie des Kulturforum Alte Post
zu Gast im Atelierhaus Hansastraße
Hansastraße 9, 41460 Neuss
www.altepost.de
21.09.2024
19.00 Uhr
Eröffnung mit Artist Talk
Zu Gast im Atelier Gisela Machalz – Kunstpunkt 194
Reisholzer Werftstraße 80, Düsseldorf
21./22.9.2024
10.03.2024 — 14.04.2024
Kulturforum Alte Post/Städtische Galerie
Markt 2, Neuss
26.11.2023 — 16.12.2023
Galerie Töchter & Söhne
Reisholzer Werftstraße 73, Düsseldorf
19./20.8.2023
Zu Gast im Atelier Gisela Machalz
Reisholzer Hafen, Haus 80, Düsseldorf
Hahnplatz 1, 54595 Prüm
29.07.2023 — 27.08.2023
Pop-up-Galerie im Heaven 7
Grafenberger Allee 145, Düsseldorf
18.04.2023 — 02.06.2023
Auf die Bilderreihe „Ich schulde meinem Leben noch Träume“ in der Pop-up Galerie im Heaven 7 möchte ich aufmerksam machen. Eine Stippvisite im Salon sowie ein kurzes touch down im „nebenan" sind wie ein Ausflug in eine andere Welt.
Galerie 39
39 Route de Hellange, Dudelange, Luxemburg
23.04.2023 — 21.05.2023
Die Ausstellung in der Luxemburger Galerie 39, haben wir zu Dritt geplant. Ein kleiner Einblick per Homepage mag verraten, wie vielfältig und wirkungsvoll unsere Arbeiten Allianzen mit den vorhandene unterschiedlichen Wänden dieses alten Gebäudes eingehen.
Die Konzeption der Ausstellung hat viel Freude gemacht, die wir hoffentlich weitergeben können….
Museum Zons
Schlossstraße 1, Dormagen
04.12.2022–15.01.2023 (geschlossen am 23.12.2022|02.01.2023)
erschienen im Seltmann Verlag, Berlin
ISBN 978-3-949070-23-5
Rick Vercauteren im Gespräch mit Hildegard Monßen
Bücherhaus am Münster, Krämerstr. 8, Neuss
17.11.2022, 19 Uhr
Zu Gast im Atelier Gisela Machalz
Reisholzer Hafen, Haus 80
27./28.8.2022
erschienen im Seltmann Verlag, Berlin
ISBN 978-3-949070-23-5
Kunstpalast Düsseldorf
Eröffnung 11.6.2022
Zusätzlich erscheint eine Sonderedition, die ein limitiertes signiertes Original enthält.
Text: Rick Vercauteren, Venlo (NL)
Grafische Gestaltung: Mark van den Eijnden, Weert (NL)
Die Farben von Weiß
36 Seiten, Farbe
Neuss, 2022
ISBN 978-3-9823639-0-5
Special Edition ISBN 978-3-9823639-1-2
Liebe Hildegard Theodora, Liebe Milena, Lieber Dr. Benjamin Reissenberger, Lieber Christian Webern, Lieber Harald Müller, Künstler aus der Bundesrepublik Deutschland und die Niederlande & Sehr verehrte Damen und Herrn,
Herzlich willkommen im Städtisches Atelierhaus Neuss. Meine Damen und Herrn, Hildegard Theodora Monssen zeigt im Rahmen der Ausstellung Die Farben von Weiß 20 Bilder, darunter zum ersten Mal auch drei Arbeiten auf Wabenkarton. Heute erscheint, gefördert durch die Stadt Neuss, auch ein neues Buch unter dem Titel Die Farben von Weiß über Fotoarbeiten zwischen 2015 und 2020.
Hildegard Monssen arbeitet in ihrem Atelier wie auch unterwegs vorwiegend mit natürlichem Licht. Lange fotografierte sie ausschließlich schwarz/weiß, mit harten Kontrasten. Zwischen 2012 und 2015 widmet sich die Künstlerin allerdings ausgewogenen Close-ups von Blumen, oft in sanften Pastelltönen und äußerst subtilen Weißnuancen. Die Natur spielt immer eine wichtige Rolle im Schaffungsprozess. Hildegard Monssen sagt darüber:
"Ich gehe schon seit Jahren jeden Tag ins Freie. An den Ufern des Rheins mache ich lange Spaziergänge. In der Natur erfahre ich eine Bewusstseinsveränderung. All diese Erfahrungen haben dazu geführt, dass ich meinen Horizont zwischen 2015 und 2020 thematisch erweitert habe."
Eine neue kreative Phase - 2017
In 2017 gerät Hildegard Monssen in eine neue kreative Phase, in der sie ihre künstlerische Reichweite spektakulär erweitert. Die Vegetation ist ab dann abstrahierter. Dank eines raffinierten Spiels mit Schärfe und Unschärfe werden die Sujets oft durchtränkt von Sfumato. Die klaren Grenzen zwischen konkret und imaginär werden wohlüberlegt aufgehoben.
In der thematisch herausragenden Arbeit Die Farben von Weiß zoomt Hildegard Monssen wie aus einer buddhistischen Grundhaltung heraus bewusst extrem auf eine im Kern erstaunlich komplexe Knoblauchknolle ein.
Beim umsichtigen Schälen der Kugelform – Schicht für Schicht – knistert, während das typisch würzige Aroma den Geruchssinn schon berührt, das hauchdünne, natürliche und rhythmisch gezeichnete Material, unaufhörlich unter den mit größter Sorgfalt operierenden Fingern.
Diese bewusst erlebte gefühlvolle Erfahrung hat die Fotografin prachtvoll ins Bild gesetzt. Das komplexe Gewebe der Knoblauchknolle, die hier überlebensgroß präsentiert wird, transformiert zu einer faszinierenden bildfüllenden Konstellation einander überlappender polychromer Schuppen und sich überschlagender Fragmente mit prachtvollen Farbnuancen in Weiß, Violett, Rosa und Gelb. Darüber hinaus wird die Summe der winzigen Teile im anregenden Titel treffend zusammengefasst – schließlich umfasst Weiß, auch in orientalischen Mandalas, alle Farben. Während eines Gespräch sagt Monssen:
"Knoblauch, Rotkohl und Zwiebeln bestehen aus vielen Schichten – Haut auf Haut auf Haut auf Haut. Die intimsten Teile werden von natürlichen Gehäusen, Röcken oder Hüllen den Blicken entzogen. Der Kern ist immer eingekapselt und verhüllt. Meiner Meinung nach besteht eine faszinierende Parallele zum Menschen. Dieser ist im alltäglichen Leben durchaus nicht nackt, sondern sorgfältig verpackt. Ich bin mir immer sehr der Dinge bewusst, die ich trage und die auf meiner Haut liegen oder darauf fallen. Kleidung ist wie eine Membran zwischen innen und außen."
Diese Äußerung verdeutlicht, dass sich Hildegard Monssen beim Fotografieren des Knoblauchs im Grunde auf empirische Erfahrungen mit dem Ver- und Enthüllen gestützt hat. Die Fotoarbeit Die Farben von Weiß stellt die künstlerischen Erträge eines respektvollen, größtenteils kontemplativen und introspektiven Prozesses dar.
Eine Blume in eine Vase - 2018
Mitte 2018 fertigt Hildegard Monssen – gleichsam als weiteren neuen Trieb an ihrem künstlerischen Baum – eine andere Gruppe von Fotos. Manche dieser Arbeiten sind bewusst matt, andere absichtlich glänzend gehalten. Beim Machen und Ausdrucken dieser neuen Fotos hat sich die Künstlerin von der japanischen Kunst des Blumenarrangierens, Ikebana, inspirieren lassen. Um die Schönheit einer Blume – optisch und symbolisch – besonders zu betonen, wird in Japan eine Blume in eine Vase gesteckt.
In den kompositorisch auffallend starken Kunstwerken Jetzt und Gerollt präsentiert Monssen auf dezente und zugleich stilvolle, häufig diapositive, Weise jeweils eine oder höchstens zwei Blumen. Der tiefschwarze, schlichte Hintergrund trägt visuell viel dazu bei, die Ästhetik und Formensprache jeder Blume, die in ihrer Weise einzigartig ist, bestmöglich zur Geltung kommen zu lassen.
Während das schon erwähnte Gesprächs fällt Hildegard Monssen auch spontan Folgendes ein:
"Die Titel aktueller Arbeiten wie Jetzt oder Was vom Tage übrig blieb sprechen genau genommen Bände. Dank einer größeren Sensibilität und einer erhöhten Empfänglichkeit spüre ich stärker als je zuvor eine gesteigerte Aufmerksamkeit für alles, was wächst und blüht. Jeden Tag versuche ich erneut, den Augenblick selbst bewusst zu genießen. Durch meine verschärfte Wahrnehmung sehe ich nun mit völlig anderen Augen. Diese veränderte Wahrnehmung hat zu neuen Erkenntnissen geführt."
Wachstum, Blüte und Sterben - 2019
Mitte 2019 entstehen außerdem die sich sehr voneinander unterscheidenden Farbfotos La vague blanche und Schwebend. In La vague blanche wird mittels eines durchdachten Spiels mit Hell und Dunkel das Wunder von Wachstum und Blüte auf prachtvolle, stilisierte Weise thematisiert – ein Close-up, in dem die Schönheit fachgerecht zelebriert wird.
In Schwebend wird dem Betrachter jedoch vor Augen geführt, dass alles auf Erden zeitlich befristet ist. Die Fotoarbeit verkörpert den unumkehrbaren, klaren Gedanken des griechischen Philosophen Heraklit, dass "alles Leben in Bewegung ist". Panta Rhei auf Griechisch.
Wie keinem anderen gelingt es der immer leidenschaftlichen Künstlerin Hildegard Monssen, auch das Sterben ansprechend und eindringlich darzustellen. Die Natur könnte sich, nach meiner Hinsicht, keine bessere und fähigere Botschafterin wünschen.
Hildegard, ich gratuliere vom Herzen mit deine hochkarätigen, neue kreative Phase, der schöne Ausstellung und die wunderbare Publikation, Grafisch sehr subtil Gestaltet durch top-designer Mark van den Eijnden aus die Niederlande. Alle Bilder, Gedanken, Wörter und Zitaten finden Sie, meine Damen und Herrn, in eine ganz andere Form zurück in diese Publikation. Es lebe anno 2022 die vitale Deutsch-Niederländische Kooperation. Dank für ihren Aufmerksamkeit und jetzt Das Wort zum Donnerstag: Hildegard Theodora Monssen. Tante Grazie. Ciao.
17 03 2022
Gespräch in meinem Neusser Atelier mit Rick Vercauteren (von 2005 bis 2019 Direktor des Museum van Bommel van Dam in Venlo, NL).